Wie funktionieren Innovationen? Insights aus USA von Retail LOCA

Neue Technologien nutzen, Digitalisierung vorantreiben, innovativ sein – diese Dinge sind wesentlich leichter gesagt als getan. Denn wenn es an die Umsetzung geht stehen diverse Herausforderungen an, und zu scheitern ist dabei stets eine unwillkommene Option. Wie die amerikanische Nobelkaufhauskette Neiman Marcus diese Prozesse meistert erklärte Scott Emmons vom Neiman Marcus Innovation Lab auf der RetailLoca in Austin, Texas.

Das Innovation Lab, oder kurz iLAB, von Neiman Marcus hat die Aufgabe, das Unternehmen mit neuen Konzepten und Ideen auf die Zukunft des Handels vorzubereiten. Von entscheidender Bedeutung hierbei ist die Arbeit von Scott Emmons, der die aktuellen Trends ebenso beobachtet wie die weltweit unternommenen Versuche, di digitale mit der stationären Welt zu verbinden. Aus seiner Arbeit wählt er vielversprechende Konzepte aus, die den langen Weg durch das iLab antreten sollen. Neben seinem Input steuern aber auch Partner und Händler von Neiman Marcus ebenso wie Angestellte und der Vorstand Ideen bei.

 

 

 

Ist ein Projekt ausgewählt worden, wird es in einem ersten Schritt im iLab nachgestellt und getestet. Durchschnittlich seien das im Quartal 15 bis 20 Ideen, so Emmons. Nur wenn diese Tests erfolgreich abgeschlossen wurden und ein vielversprechendes Ergebnis zeigten, werden Prototypen in einem nächsten Schritt für Neiman Marcus gebrandet und als Pilotprojekte in einem der Stores eingeführt. In diese Phase schaffen es nur wenige der eingereichten Projekte, etwa drei pro Quartal. Ist auch der Pilot erfolgreich wird ein Rollout in allen über 40 Läden der Kette angestrebt. Tatsächlich umgesetzt wird auf diese Weise nur etwa ein Projekt pro Quartal.

 

Zwei einfache, aber erfolgreiche Beispiele

 

Als Beispiel für erfolgreiche Projekte stellte Emmons den „Memory Mirror“ vor. Dieser ist mit einer Kamera versehen, die Fotos des Kunden aufnimmt, wenn er sich in einem neuen Kleidungsstück vor dem Spiegel betrachtet. So kann der Verbraucher sich nicht nur aus allen Richtungen betrachten, sondern auch verschiedene Outfits vergleichen. Der Spiegel speichert die Bilder und zeigt sie parallel zum Spiegelbild an. Die Technologie erfreut sich großer Beliebtheit beim Kunden und wurde bereits in 18 Kaufhäusern von Neiman Marcus installiert.

 

Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich Ladestationen für Smartphones, die Neiman Marcus in seinen Läden aufgestellt hat. Da Handy-Akkus bekanntlich notorisch fast leer sind überrascht es nicht, dass diese Stationen sehr beliebt sind, sondern eher, dass sie so selten angeboten werden. Dabei sind liegen die Vorteile auf der Hand: solange das Handy lädt, bleibt der Kunde im Laden, sieht sich um und kauft im Idealfall mehr als geplant. Zudem hat Neiman Marcus seine Stationen mit einem Authentifizierungsmechanismus ausgestattet: um sie zu nutzen, muss der Kunde seine Mailadresse angeben.

 

 

Veranstaltet von der Location Based Marketing Association, ist die RetailLoco eine eintägige Veranstaltung, die Erkenntnisse und Trends zu den neuesten mobilen und ortsbasierte Tools und Techniken für Einzelhändler liefert. Sie fand in Austin, Texas, im Rahmen der SXSW statt. Als Vorstandsvorsitzender der LBMA DACH war auch Carsten Szameitat vor Ort.

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